Majdanek

In der Jahrgangsstufe 12 (Q 1) findet ein zweiwöchiges Fachpraktikum statt, das angebunden an den jeweiligen Leistungsschwerpunkt das Anfertigen einer Facharbeit zum Ziel hat (siehe dazu den entsprechenden Artikel): Im Rahmen dieses Ansatzes von Fachpraktikum und Facharbeit bietet unsere Schule interessierten Schülern an, ihr Fachpraktikum mit einer Gedenkstättenfahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Majdanek in Lublin (Polen) zu verbinden.

Die Möglichkeit der  Teilnahme an diesem Schulprojekt besteht für  alle Schüler, die den Leistungsschwerpunkt „Ästhetik“ (LSP 1: LK Geschichte, GK Kunst) und den Leistungsschwerpunkt „Erziehung und Gesellschaft“ (LSP 2: LK Erziehungswissenschaft, GK Sozialwissenschaften) gewählt haben. Die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung des Fachpraktikums leisten die teilnehmenden Schüler gemeinsam mit dem Geschichtslehrer des Leistungskurses. In der Vorbereitungsphase berichten regelmäßig Teilnehmer der vorherigen Fahrt über ihre Erfahrungen und Eindrücke, Durch diesen regelmäßigen Austausch ist gewährleistet, dass das Projekt sich kontinuierlich weiterentwickelt. In den letzten Jahren haben in jedem Jahr fast alle Schüler des LSP 1 und weitere Schüler aus dem LSP 2 an dieser Fahrt teilgenommen.

Sie schreiben ihre Facharbeit an authentischem Lernort zu Themen der NS-Vergangenheit:

Sie forschen im Archiv, sie forschen eigenständig im ehemaligen Konzentrationslager Majdanek und lernen so, wie Historiker arbeiten. Zeitzeugengespräche, Besuche im ehemaligen Lager lassen Geschichte leben: Nach jeder Lublin-Fahrt erhalten wir von den Teilnehmern die Rückmeldung, jeder Jugendliche müsse unbedingt einmal in seiner Schulzeit eine Gedenkstätte besucht haben, um an authentischem Ort einen anderen Zugang zum menschenverachtenden Nationalsozialismus zu erhalten.

„Erinnern – nicht vergessen“  ist Leitgedanke unseres mehrfach ausgezeichneten Schulprojektes.

Zeitzeugengespräch in Lublin

Von Anfang an ist das Projekt mit einem Schüleraustausch mit einem Gymnasium in Lublin verbunden. Die polnischen Schüler begleiten unsere Schüler bei der Arbeit in der Gedenkstätte, zeigen ihnen ihre Stadt, laden sie ein in ihre Schule und in ihre Familien und demonstrieren erfolgreich polnische Gastfreundschaft.

Der Gegenbesuch in unserer Schule frischt die Freundschaften auf. Vor Ort lernen die polnischen Schüler unsere Schule, unsere Umgebung und bei vielen Treffen unser Leben in Deutschland kennen. Im Laufe der Jahre sind Freundschaften entstanden, die auch zu privaten Besuchen führen. Das Projekt ist uns besonders  wichtig, da wir alle gemeinsam einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass das Verhältnis zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Nationalitäten durch das gegenseitige Kennenlernen und die dabei entstehenden zwischenmenschlichen Kontakte von Vorurteilen frei wird. Damit beeinflussen wir sicher auch das nachbarschaftliche Verhältnis zwischen Deutschland und Polen positiv.